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Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche sind gleichwertige Mitglieder unserer Gesellschaft. Sie sind wie wir in der Lage, mit Tod, Trauer und Abschied umzugehen.

  • Fotos: Ricarda Braun Fotografie

Das bedeutet für mich: Kinder und Jugendliche erfahren unmittelbar und zeitnah, wenn ein ihnen nahestehender Mensch verstorben ist. Sie haben das Recht, den oder die Verstorbenen zu sehen und/oder zu berühren. Sie werden in die für sie wichtigen Aspekte mit einbezogen. Sie können sagen, was sie sich wünschen, vorstellen und brauchen. Sie werden geachtet, gehört und respektiert. In einer Begleitung durch mich werden Kinder und Jugendliche eingebunden. Ich bin selbst Mutter und gestalte seit vielen Jahren Schulprojekte für Grund- und Sekundarschüler.

Hier finden Sie ein paar Wünsche die Kinder und Jugendlíche aufgeschrieben haben:

Wir möchten die Wahrheit über den Tod, die verstorbene Person und die Todesumstände erfahren. Wir möchten, dass unsere Fragen ehrlich beantwortet werden. Wir möchten, wenn wir das wollen, den Verstorbenen und den Ort, an dem er oder sie gestorben ist, noch einmal sehen. Wenn möglich, möchten wir in die Organisation der Rituale und der Beerdigung im Zusammenhang mit dem verstorbenen Verwandten einbezogen werden. Wir möchten nichts sagen müssen, wenn wir nicht möchten. Dazu gehört, dass wir unsere Gedanken und Gefühle für uns behalten können. Wir möchten unsere eigenen Vorstellungen und Erklärungen für den Tod haben können. Wir möchten überall dann und dort trauern, wann und wo wir möchten. Wir möchten zu unseren eigenen Gefühlen und Gedanken stehen und sie leben. Wir möchten auf unsere eigene und individuelle Art trauern. Wir möchten auf die Person, die gestorben ist, auf uns selbst oder auf andere wütend sein dürfen.

Buchtipps:

Ente, Tod und Tulpe (Wolf Erlbruch), Verlag Kunstmann

Über den großen Fluss (Armin Beuscher, Cornelia Haas)

Die schlaue Mama Sambona (Hermann Schulz, Tobias Krejtschi)

Der Tod auf dem Apfelbaum ((Kathrin Schärer)

Das Mädchen unter dem Dohlenbaum (Riitaa Jalonen, Kristiina Louhi)

Nie mehr Oma-Lina-Tag? (Hermien Stellmacher, Jan Lieffering)

Klassiker:

Die schönsten Beerdigungen der Welt (Ulf Nilsson, Eva Eriksson)

Leb wohl lieber Dachs (Susan Varley, Ingrid Weixelbaumer)

Was jetzt wichtig ist

„Der Tod hat Zeit.“ Sie auch.

Dies ist vielleicht der wichtigste Satz, den Sie verinnerlichen könnten, wenn ein Todesfall in Ihrer Familie eingetreten ist. „Ich habe Zeit.“ Zeit, zu fühlen, nachzuspüren, Zeit um zu entscheiden, was Sie möchten, wünschen und brauchen. Es gibt so viele Dinge, die Sie in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten zu entscheiden haben. Manche Entscheidungen werden unter Umständen weitreichende Folgen haben. Also nehmen Sie sich die Zeit und gehen Sie Schritt für Schritt.

Wenn Sie sich eine Begleitung durch mich wünschen, komme ich zu Ihnen oder wir treffen uns in meinem Büro in der Hermannstraße 29 in Halle (Saale). In Ruhe besprechen wir erste Schritte. Gemeinsam schauen wir, wie ein guter Weg für Sie aussehen könnte. Auch eine Begleitung deutschlandweit und im Ausland ist durch mich möglich. Neben meiner deutschen Muttersprache spreche ich fließend Englisch.

Foto: Achtsame Bestattungen

Es gibt ein paar rechtliche und gesetzliche Punkte, die Sie einhalten müssen.

Wenn ein Todesfall bei Ihnen zu Hause eingetreten ist:

* Bitte rufen Sie umgehend einen Arzt. Ihren Hausarzt oder den Notarzt. Er stellt den Totenschein aus.

* In der Regel haben Sie 36 Stunden Zeit, um einen Bestatter oder ein Überführungsfahrzeug zu bestellen. So lange können Sie im häuslichen Umfeld in aller Ruhe Abschied nehmen.

Selbstverständlich können Sie auch später Ihre/n Verstorbene/n noch einmal sehen. Es gibt private und öffentliche Abschiedsräume, wo dies möglich ist.

* Für eine Erdbestattung (also eine Beisetzung im Sarg) haben Sie in Sachsen-Anhalt in der Regel 10 Tage Zeit. Leben Sie in einem anderen Bundesland, so richten Sie sich bitte nach dem jeweiligen Bestattungsgesetz Ihres Landes.

* Erfolgt die Beisetzung in einer Urne, so haben Sie in Sachsen-Anhalt dafür in der Regel bis zu 4 Wochen Zeit. Eine Einäscherung hat in der Regel innerhalb von 10 Tagen zu erfolgen.

Es ist sinnvoll, folgende Urkunden bereitzuhalten, damit ich für Sie die notwendigen ersten Schritte erledigen kann.

* Personalausweis oder Reisepass

* Geburtsurkunde

* Personenstandurkunde (ggf. Scheidungsurteil)

* Krankenkarte

* Rententräger

Selbstverständlich können auch Sie oder eine Person Ihres Vertrauens die notwendigen Abmeldungen (Krankenkasse, Rententräger, Versicherungen) vornehmen.